BWL Studienplatzklage

Wenn man von der Zahl der Studierenden ausgeht, ist BWL nach wie vor der Spitzenreiter unter den beliebtesten Studiengängen in Deutschland. Über 200.000 Studierende sind für einen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang eingeschrieben. Doch BWL-Studium ist nicht gleich BWL-Studium. Je nach Ausrichtung gibt es unterschiedlich viele Bewerber. Besonders gefragt sind Universitäten und Fachhochschulen, die auf bestimmte Wirtschaftsbranchen zugeschnitten sind oder eine internationale Anbindung haben. Auch der Studienstandort spielt bei der Bewerbung eine große Rolle. In Berlin ist aufgrund der hohen Bewerberzahlen teilweise ein Abiturdurchschnitt von 1,5 Zugangsvoraussetzung.

Die Entscheidung, an welcher Hochschule du studieren möchtest, kann für eine erfolgreiche Zukunft entscheidend sein. Um genau im richtigen Studiengang an deiner Traumhochschule zu landen, lohnt es sich, auch im Bereich BWL eine Studienplatzklage in Erwägung zu ziehen.

Die Studienplatzklage im Bereich BWL ist ein echter Geheimtipp. Weil die Zahl der Antragsteller hier noch relativ niedrig ist, stehen die Erfolgschancen bei einem gerichtlichen Verfahren sehr gut. Bislang konnten in fast allen Verfahren zusätzliche Studienplätze in den Studiengängen BWL, VWL, Wirtschaftswissenschaften und Economics, aber auch in verwandten Studiengängen wie Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftskommunikation, Wirtschaftspsychologie und Sportmanagement erstritten werden.

Voraussetzungen für die Studienplatzklage

Warum kann man einen Studiengang überhaupt einklagen? In Deutschland sind Hochschulen gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kapazitäten restlos auszunutzen. Bei einer Klage gegen eine Hochschule werden diese Kapazitätsberechnungen überprüft. Wenn dabei festgestellt wird, dass die Hochschule noch mehr Plätze anbieten könnte, muss sie weitere Studienplätze unter den Studienplatzklägern vergeben.

Eine Studienplatzklage kann in jeden anderen durch Numerus Clausus (NC) zulassungsbeschränkten Studiengang an Universitäten und (Fach-)Hochschulen durchgeführt werden. Wenn du über eine Studienplatzklage nachdenkst, solltest du zuerst überprüfen, ob folgende weiteren Punkte erfüllt sind. Um eine Studienplatzklage durchzuführen, sind Hochschulanträge außerhalb der festgesetzten Kapazität Voraussetzung. Beachte dabei die frühen Fristen in einigen Bundesländern. Manchmal laufen diese bereits am 15. Juli und am 1. September für ein Wintersemester bzw. am 15. Januar und am 1. März für ein Sommersemester ab. Interessenten einer Studienplatzklage in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen müssen sich außerdem vor einer Klage unbedingt auch im regulären Vergabeverfahren auf einen Studienplatz an der jeweiligen Hochschule bewerben.

Es ist ratsam, Studienplatzklagen nicht nur gegen die Traumuniversität, sondern gleich gegen zwei bis drei Hochschulen durchzuführen. Einige Verwaltungsgerichte vertreten nämlich die Rechtsauffassung, wonach eine Studienplatzklage im Eilverfahren keinen Erfolg haben kann, wenn es eine anderweitige zulassungsfreie Studienmöglichkeit gibt.

Ablauf der Studienplatzklage

Solltest du dich für eine Studienplatzklage interessieren, ist es empfehlenswert, möglichst früh Kontakt mit einem spezialisierten Anwalt aufzunehmen.

In manchen Fällen lohnt sich die Kontaktaufnahme mit Anwälten bereits zum Zeitpunkt der regulären Bewerbung. Einige Hochschulen schieben den Studienbewerbern die außerkapazitäre Bewerbung im regulären Bewerbungsverfahren unter. In diesem Fall muss in der Regel gegen den Ablehnungsbescheid der Hochschule Widerspruch oder Klage erhoben werden. Wegen dieser und anderer Besonderheiten lohnt sich eine möglichst frühe Kontaktaufnahme zu einem Anwalt.

Die Studienplatzklage selbst läuft in mehreren Verfahrensschritten ab. Welche Möglichkeiten es gibt, soll dir diese Infografik verdeutlichen:

Studienplatzklage Infografik, Der Ablauf und die Möglichkeiten

Erfolgschancen im Bereich BWL

Dass man nicht nur im Bereich Medizin, sondern auch in anderen Studiengängen wie BWL das gewünschte Uni-Studium einklagen kann, ist weitgehend unbekannt. Wegen der geringen Anzahl der Antragsteller in den gerichtlichen Verfahren an vielen Orten sind die Erfolgsaussichten hier außerordentlich gut.

Oft bieten Hochschulen eine Zulassung durch Vergleich an. Die Hochschulen sind in Bachelorstudiengängen bis auf wenige Ausnahmen nicht anwaltlich vertreten, so dass die Kosten der Klage außerdem deutlich geringer ausfallen als in medizinischen Studiengängen. Zur Einschätzung deiner individuellen Erfolgsaussichten solltest du beim Anwalt deiner Wahl nachfragen.

Studienplatzklage im Master

Auch wenn du nach bestandener Bachelorprüfung einen Master einklagen möchtest, musst du dich außerhalb der festgesetzten Kapazität bewerben, denn Voraussetzung für die Studienplatzklage ist ein Antrag auf Zulassung außerhalb der festgesetzten Kapazität der Hochschule. Dieser ist an bestimmte Fristen gebunden. Um die Fristen nicht verstreichen zu lassen, solltest du frühzeitig einen Anwalt kontaktieren und nicht erst abwarten, bis du einen Ablehnungsbescheid im regulären Bewerbungsverfahren erhalten hast.

Doch bei einem Masterstudium ist es oft ratsam, parallel zur Studienplatzklage außerdem auch die Ablehnungsbescheide im Vergabeverfahren innerhalb der festgesetzten Kapazität anzugreifen. Denn bei der Bewerbung zu einem Masterstudium gibt es einige Besonderheiten.

An vielen Hochschulen muss man für das Masterstudium eine Eignungsfeststellungsprüfung bestehen, für die meistens die Notengrenze des Bachelorzeugnisses ausschlaggebend ist, in anderen Fällen Teilleistungen im Bachelorstudium. Ob der Notendurchschnitt im Bachelorzeugnis als Eignungskriterium ausreicht, wurde vom Bundesverwaltungsgerichts bzw. Bundesverfassungsgericht noch nicht klärend entschieden und kann daher in einem ersten Schritt überprüft werden.

Auch die Nichtzulassung zum Studium im Auswahlverfahren kann in Frage gestellt werden. Die bestandene Eignungsüberprüfung gilt nicht als Garantie für einen Studienplatz, da die Anzahl der Bewerbungen die Anzahl der freien Studienplätze oft übersteigt. Doch die Nichtzulassung zum Studium im Auswahlverfahren ist ein Eingriff in das Recht auf Berufsfreiheit, der einer Rechtsgrundlage bedarf. Voraussetzung für die Nichtzulassung muss daher sein, dass es eine ordnungsgemäß verkündete Auswahlsatzung gibt und das Auswahlverfahren fehlerfrei durchgeführt wurde.

Sollte es Anhaltspunkte für Verfahrensfehler geben, kann gegen die Mitteilung, dass die Eignungsprüfung nicht bestanden wurde, und gegen den Ablehnungsbescheid im Auswahlverfahren vorgegangen werden. Lasse deine Ablehnungsbescheide daher in jedem Einzelfall durch einen Anwalt prüfen. Oft werden gerade bei neu eingeführten Studiengängen Fehler gemacht.

Fazit

Eine Studienplatzklage im Bereich BWL verspricht insgesamt sehr gute Erfolgschancen. Um keine Möglichkeiten verstreichen zu lassen, ist es entscheidend, sich rechtzeitig und gründlich über Bewerbungsverfahren und –fristen der Traumhochschule zu informieren.

Das A&O einer erfolgreichen Studienplatzklage auch im Bereich BWL ist ein erfahrender Anwalt. In der Regel sind erste, unverbindliche Beratungsgespräche für potentielle Studienanfänger kostenlos. Dabei geht es zunächst allgemein um Kosten und Dauer einer Studienplatzklage. Der Anwalt wird außerdem eine realistische Prognose stellen, wie gut deine individuellen Chancen stehen, deinen Traum vom perfekten BWL-Studium in die Realität umzusetzen.

Dieser Artikel wurde von der auf Studienplatzklagen spezialisierten Kanzlei Dr. Selbmann & Bergert erstellt. Die Anwälte konnten in den vergangenen Jahren vielen Mandanten auch mit Interesse an wirtschaftlichen Studiengängen zu ihrem Wunschstudium verhelfen. Weitere Details zur Studienplatzklage findest du in verschiedenen Broschüren und Infotexten unter http://studienplatz-klage.de/willkommen/

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.